Thermische Gebäudehülle für Schwimmbäder

Anforderungen an ein Schwimmbad-Dach bei wechselnden Außentemperaturen

26.07.2021
Roger Weihrauch
Expertenwissen

Bei Schwimmbädern kann ausgefallene Architektur für den besonderen Badespaß sorgen. Es kommt aber nicht nur auf eine einzigartige Architektur an, sondern auch auf die richtige Bauweise. Denn bei Schwimmbädern müssen besondere Bedingungen in der Konstruktion der Gebäudehülle erfüllt sein. Und zwar ist eine thermische Gebäudehülle erforderlich, die neben der Anlagen- und Gebäudetechnik eine zentrale Rolle – insbesondere beim Schwimmbad-Dach – einnimmt.

Welche Anforderungen muss eine thermische Gebäudehülle bei Schwimmbädern erfüllen?

Schwimmbäder haben erhöhte Anforderungen – vor allem im Bereich der Anlagen- und Gebäudetechnik, aber auch im Bereich der Bauphysik. Das Gebäude muss im Winter warm und im Sommer kühl gehalten werden – damit es nicht „zu tropisch“ wird beim Badespaß. D.h. die thermische Gebäudehülle ist neben der Anlagentechnik mit Lüftung ein weiterer essenzieller Konzeptbaustein.

Hinzu kommt noch die Tatsache, dass bei einem Schwimmbad hohe hygrische Belastungen gegeben sind – d.h. eine dauerhaft erhöhte Innentemperatur kombiniert mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Die Anforderungen an die Gebäudehülle – und insbesondere an das Schwimmbad-Dach – sind damit vor allem im Winter besonders hoch. Extrem niedrige U-Werte der thermischen Gebäudehülle (Dach- und Fassadenkonstruktion) sind darum von großer Bedeutung.

Wie lässt sich das umsetzen und welche Möglichkeiten der Aufbauten sind dafür geeignet?

Die Dachkonstruktion sollte im Innenbereich (an der Primär-Belastungsseite durch Wärme und Feuchte) aus einem Material bestehen, welches gut regulierend wirkt und auf keinen Fall korrodieren darf. Hierzu eignet sich Holz in Kombination mit einem wärmbrückenfreien und/oder -reduzierten Aufbau. Alternativ eignen sich für die thermische Gebäudehülle auch Hybridaufbauten mit einer Tragschale als Tragkonstruktion und einer darunter abgehängten Decke als Kompensationsebene.

Darauf lässt sich dann, je nach Anforderung, mit Wärmedämmung in fast beliebiger Höhe und Spezifikation, das Schwimmbad-Dach aufbauen. Um die Wärmedämmung auf einem nahezu perfekten Level zu halten, eignen sich GFK-Halter, die nicht nur passivhauszertifiziert sind, sondern auch keine nennenswerte Wärmebrücke darstellen. Je nach Anforderung an sommerlichen Wärmeschutz und Schallschutz kann die Dämmung trittfest oder weich ausgeführt werden.

Baustoffe und Bauweisen der thermischen Gebäudehülle – Wie verbessern Sie den Energieverbrauch?

In der Wand bzw. Fassade bieten vorgehängte hinterlüftete Konstruktionen die höchste Sicherheit. D.h. hier kann auf konventionelle Tragkonstruktionen aus Stahlbeton, Mauerwerk oder auch auf Holzkonstruktionen gesetzt werden, für die thermische Gebäudehülle. Bei Holz ist von besonderer Wichtigkeit, dass eine funktionierende Dampfsperre auf der warmen Innenseite eingesetzt wird, da durch die hohe Feuchtebelastung Leckagen schnell zu Schäden führen können.

Trotz dieser latenten Gefahr bei Holz bietet eine Hinterlüftung extreme Sicherheit. Denn Feuchtigkeit, die ggf. durch das Bauteil hindurch diffundiert, kann wieder abtrocknen und es gibt keinen Schaden an der Konstruktion. Auch hier spielen U-Werte eine zentrale Rolle – vor allem effektive U-Werte inkl. der punktuellen oder linearen Wärmebrücken. Denn nur dann lässt sich dauerhaft und nachhaltig ein Schwimmbad wirtschaftlich betreiben.

Warum eignet sich ein Stehfalzdach als Schwimmbad-Dach ideal?

Aus verschiedenen Gründen ist ein Stehfalzdach für die Konstruktion einer thermischen Gebäudehülle das optimale Dach:

  • Es bringt durch den recht niedrigen und getesteten SD-Wert eine deutlich höhere Sicherheit als z.B. Abdichtungen.
  • Es lässt jegliche Aufbauten auf dem Dach nachhaltig, sicher und wirtschaftlich aufbringen (doppelte Sicherheit).
  • Falls undichte Stellen in der Dampfsperre vorhanden sind oder beim Einbau erzeugt werden, kann trotzdem ein Teil der Feuchtigkeit über die Stege des Stehfalzes ausdiffundieren.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Egal ob Photovoltaik, Solarthermie oder Schneefang – alles kann ohne eine einzige Durchdringung aufgebaut und dauerhaft befestigt werden. So entsteht ein funktionierendes Dachsystem von innen nach außen und von außen nach innen.

Welche Fassadenbekleidungen kommen bei einer VHF-Konstruktion in Frage?

Nachdem die hohe Luftfeuchtigkeit über Abluftsysteme abgesaugt wird, sollte primär im Bereich der Luftauslässe auf die geeigneten Materialien geachtet werden. Dementsprechend sollte in diesen Bereichen auf beständiges Material wie Edelstahl oder Aluminium gesetzt werden. Die Bekleidung kann dabei z.B. eine Aluminium-Verbundplatte (sichtbar oder nicht sichtbar befestigt) sein. Alternativ können auch Sonderpaneele oder Sidings zum Einsatz kommen – perforiert oder flächig geschlossen, je nach Architektur oder Design. Wichtig ist dabei, dass die Hinterlüftung und die eingesetzten Anschlüsse funktionieren.

Hallgerðargata 7, Kirkjusandur

Architekt Schmidt Hammer Lassen Architects und VA Architects
Oberfläche BEMO-FLON
Farbe Anodized look light gold BEMO FLON 3L
Fläche Dach ca. 1.600 m² | Fassade ca. 2.600 m²

Stadtteilzentrum Schelmengraben

Architekt sdks architekten
Verwendetes Produkt Individuelle Paneelfassaden
Material Aluminium
Oberfläche Eloxal
Farbe Gold
Fläche ca. 1.200 m²

Hotel L’EssenCiel

Architekt Agence Unité
Verwendetes Produkt BEMO-MONRO®
Material Aluminium
Oberfläche beschichtet
Farbe AluNatur Elox Medium Champagne TL
Fläche ca. 3.280 m²

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Über den Autor

Als Verkaufsleiter im Projektvertrieb bei BEMO Systems steht die synergetische Problemlösung für Roger Weihrauch an oberster Stelle: Mit Herzblut und Expertenwissen werden einzigartige architektonische Projekte rund um den Globus realisiert!