Photovoltaik zählt zu den wirksamsten Lösungen, um Gebäude energetisch unabhängiger zu machen und den steigenden Strombedarf zu decken. Immer mehr Neubauten planen PV-Anlagen von Anfang an mit und auch im Sanierungsbereich wächst das Angebot an Nachrüstlösungen kontinuierlich. Je nach Lage, Ausrichtung und Dachneigung kommen dabei unterschiedliche Montagearten infrage: dachparallel, leicht aufgeständert oder stark aufgeständert und verdreht zur eigentlichen Dachneigung.
Die entscheidende Frage für Architekten und Planer lautet jedoch: Welche Lösung ist technisch die beste, und welcher Dachuntergrund trägt sie dauerhaft und nachhaltig?
Die Antwort liegt im Stehfalzdach: Es lässt sich ohne Durchdringung der wasserführenden Ebene mit dem Schienensystem BEMO-AKKORD kombinieren, das direkt aufgefalzt wird, Linien- statt Punktlasten überträgt und bei dachparalleler, aufgeständerter und verdreht aufgeständerter Montage funktioniert.
Aufdach-Photovoltaik: Chancen und typische Fehlerquellen
Die Dacheindeckung ist bei jeder PV-Anlage das Verbindungselement zwischen den Modulen und der tragenden Konstruktion. Aufdach-Lösungen machen den größten Teil der neu installierten PV-Anlagen aus. Hierbei werden Unterkonstruktionen nachträglich oder bereits während der Bauphase aufgebracht, die anschließend die PV-Module und die Verkabelung tragen.
In der Planung gilt es dabei einiges zu berücksichtigen, denn Fehler passieren hier schneller als gedacht. Besonders wichtig sind statisch korrekt ermittelte Abstände und die Dimensionierung der Haltepunkte, sowie die Berücksichtigung der Längenausdehnung der Unterkonstruktionsschienen. Ebenso entscheidend ist die Wahl des richtigen Systems: Es muss zur Dacheindeckung kompatibel sein und darf ihr im Idealfall keinerlei Nachteile bringen. Denn eine PV-Anlage ist immer nur so gut wie das darunter liegende Dach – und das muss über Jahrzehnte hinweg zuverlässig funktionieren.
Warum das Stehfalzdach die ideale Basis für Photovoltaik ist
Für eine dauerhaft dichte Gebäudehülle sollte die Wahl auf ein Dach fallen, das ohne Verschraubungen, Verklebungen und Querstöße auskommt. Jede Durchdringung macht ein Dach anfälliger und schafft potenzielle Undichtigkeiten. Genau hier setzt das industriell gefertigte Stehfalzdach an. Seine Vorteile für die Photovoltaik-Aufdachmontage im Überblick:
- Bauaufsichtlich zugelassen und bereits ab 1,5 Grad Dachneigung einsetzbar
- Verlegung in beliebigen Bahnenlängen, ganz ohne Querstoß
- Keine einzige Schraube in der wasserführenden Ebene, womit ein klassischer Schwachpunkt entfällt
- Lineare statt punktuelle Lasteinleitung bei Aufdachsystemen
- Lebenserwartung von mindestens 50 Jahren
In Kombination mit einem passenden Unterkonstruktionssystem, das diese Eigenschaften konsequent aufnimmt, entsteht eine Verbindung zum Dach ganz ohne Verschraubung und ohne Beschädigung der Eindeckung. Das Dachsystem bleibt in seiner Funktion vollständig erhalten, und die Photovoltaikanlage funktioniert über Jahrzehnte hinweg zuverlässig.
Das Schienensystem AKKORD: verschraubungsfrei und statisch durchdacht
Das bauaufsichtlich zugelassene Schienensystem AKKORD wird direkt auf die Stehfalzbahnen aufgefalzt. Es nimmt die thermisch bedingten Bewegungen des Daches auf und gleitet dabei mit, ohne dass es zu Zwängungen oder Einschränkungen des darunterliegenden Dachs kommt. Bei Neubauten lassen sich die Schienenabstände perfekt auf die jeweilige Modulgröße abstimmen, was die Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems zusätzlich erhöht.
Ein wesentlicher statischer Vorteil der AKKORD-Schienen liegt darin, dass keine Punktlasten, sondern Linienlasten entstehen. Diese sind exakt auf das darunterliegende Dachsystem abgestimmt und erlauben es, die Statik optimal auszureizen und große Spannweiten zu realisieren. Durch die individuelle Breitenfertigung lassen sich Dacheindeckung und PV-Modulbreite zudem passgenau aufeinander abstimmen.
Drei Montagevarianten, ein Prinzip
Das AKKORD-System funktioniert nicht nur bei dachparallelen Anlagen, sondern ebenso bei aufgeständerten und verdreht aufgeständerten Konstruktionen. Die Verbindung zum Dach bleibt dabei in allen Varianten identisch: Aufgefalzte Schienen bilden die Grundlage, ganz ohne Verschraubung und somit ohne Schwachstelle. Darauf werden je nach Anforderung Querprofile und Aufständerungen montiert. Ausrichtung, Anlagengröße und Dachneigung bestimmen die statische Bemessung der Unterkonstruktion, die anschließend passgenau geplant und als Bausatz geliefert wird.
Aufgeständerte PV-Anlage auf BEMO-AKKORD-Schienen während der Montage
Montage von PV-Modulen auf BEMO-AKKORD-Schienen in dachparalleler Ausrichtung
PV-Montagelösung mit bombierten (gebogenen) BEMO-AKKORD-Schienen für gewölbte Dachflächen
PV-Montagelösung quer zur Stehfalzrichtung auf dem Metalldach
PV-Unterkonstruktion mit zusätzlichen Querschienen auf dem Stehfalzdach
Fazit: Photovoltaik braucht das richtige Dach
Ob dachparallel, aufgeständert oder verdreht zur Dachneigung: Eine Photovoltaikanlage ist nur so langlebig wie ihre Unterkonstruktion und das Dach, auf dem sie ruht. Mit dem Stehfalzdach und dem Schienensystem AKKORD steht Architekt:innen und Planer:innen eine Lösung zur Verfügung, die ohne Durchdringung der wasserführenden Ebene auskommt, statisch durchdacht ist und über Jahrzehnte hinweg zuverlässig funktioniert. Ein System, das dauerhaft und nachhaltig überzeugt.
Weiterführende Informationen
- BEMO-AKKORD Schiene: technisches Datenblatt zum Montagesystem
- Stehfalzdach & Dachdeckung: Systemübersicht Stehfalzdach
- Aufdachlösungen fürs Dach aus Metall: alle Aufdach-Systeme im Überblick
- Referenz: Photovoltaik-Stehfalzdach für Flugzeughersteller Pilatus